FASZ, heutige Ausgabe - “DM”-Gründer Götz Werner im Interview zur Gerechtigkeit seines Modells eines Bedingungslosen Grundeinkommens und zu Transferleistungen verschiedener Art:
Zudem wird immer verschwiegen, dass der Hartz-IV-Empfänger weniger Transferzahlungen erhält als ein Mitglied der Mittel- und Oberschicht: Wenn Sie zweimal im Monat mit Ihrer Frau in die hochsubventionierte Oper gehen, erhalten Sie von der Gemeinschaft höhere Transferleistungen als die meisten Hartz-IV-Empfänger. Nachdem das Verfassungsgericht anerkannt hat, dass die Regelsätze ein menschenwürdiges Leben ermöglichen müssen, ist es nur noch ein kleiner Schritt in Richtung Grundeinkommen.
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Rubrik: Zeitgeschehen

photo credit: Patrick H~
Bisher habe ich bei passender Gelegenheit Google Street View meist verteidigt gegen Kritik, wenn diese auf Unkenntnis oder einer dumpfen Anti-Haltung beruhte.
Aber warum eigentlich? Wer so schnoddrig mit parlamentarischen Gremien umgeht wie in diesem Schreiben, muss sich jedenfalls über Gegenwind nicht mehr wundern.
Von den Umgangsformen, die die Google-Jungs aus Hamburg da an den Tag legen, will ich ja gar nicht reden. Aber auch wenn man darüber mal großzügig hinwegschaut, sieht der Brief äußerlich, sprachlich und inhaltlich eher aus wie das Statement einer ungelenk geführten Ich-AG. Ein objektiver Dritter würde niemals glauben, dass so ein Schreiben von einem Weltkonzern verantwortet wird.
Rubrik: Netzkultur: Googeliges

photo credit: crazyoctopus
Mehrere zusammenhängende Feiertage führen bei mir zuweilen dazu, dass ich einen Blick in die Bankunterlagen werfe und mir Gedanken um die darin dokumentierten bescheidenen Ersparnisse mache. Diesmal habe ich mich auf der Suche nach Informationen im Netz nach interessanten Weblogs zum Thema Geldanlage umgesehen. Auf diese beiden will ich kurz hinweisen:
In Dr. Peterreins Geldanlage- und Finanzblog schreibt der Vermögensberater und frühere Risikocontroller bei der Allianz interessant und -soweit ich das als blutiger Laie beurteilen kann- fundiert über die zu den jeweiligen persönlichen Zielen und Risikovorstellungen passenden Anlagestrategien. Dass Dr. Peterreins dabei auch das Marketing für eigene Produkte und Leistungen nicht völlig ausblendet, ist vollkommen legitim.
Holger Handstein veröffentlicht als Der Privatanleger Bedenkenswertes jenseits des Alltags an den Börsen und behauptet zwar “Gute Geldanlage ist langweilig”, was ich beim Lesen seiner Artikel allerdings nicht bestätigen kann.
Rubrik: Kurz verlinkt · Netzkultur: Blick in die Blogs
Fatih Akin sollte was verändern. Entweder weniger Hamburg, oder weniger Moritz Bleibtreu. Oder weniger Migrationssettings. Vielleicht auch von allem weniger. Jedenfalls habe ich “Soul Kitchen” verglichen mit allem, was er vorher abgeliefert hat, eher als schwach empfunden.
Slapstick und ernstere Elemente halten sich anfangs noch recht harmonisch die Waage; doch irgendwann gleitet der Film ab in total überzeichneten Klamauk.
Vielleicht tue ich Akin und dem Film aber auch unrecht, weil hinter uns nerviges Volk saß, das fortwährend plapperte und gackerte.
Rubrik: Im Kino gewesen. Gebloggt.
Nicht ich, Kafka auch nicht. Aber jemand im Parkett. Und das so penetrant, dass ich mir gewünscht habe, Kinski hätte auf der Bühne gestanden. Vielleicht sollte jedes Theater eine Planstelle im Ensemble freihalten für einen durchgeknallten Egomanen, der auf der Bühne bereitsteht, um im Publikum für Ordnung zu Sorgen.
Rubrik: In Kiel passiert · Medien · Unterwegs gesehen
Nur mal ganz kurz hierzu: Gibts den Literaturnobelpreis nächstes Jahr dafür, dass irgendein Youngster-Schriftsteller ein Exposé für ein Stück Weltliteratur bei seinem Agenten einreicht?
Rubrik: Zeitgeschehen
Mitte Ende August. Ein zeitweise leichter, dann wieder schwül-gefährdender Sommerfilm. Sehenswert, schon allein wegen Marie Bäumer, deren Hanna eigentlich nur unbeschwerte Ferien mit der Renovierung des gemeinsam frisch erworbenen Hauses auf dem Lande verleben will. Stattdessen werden sie, ihr Mann sowie die angereisten Friedrich und Augustine mit einer beziehungsgefährdenden Vierecks-Konstellation konfrontiert, die, angelehnt an Goethes “Wahlverwandtschaften” vor dem nahen Horizont des Zufahrtsweges zum Haus theatergleich inszeniert wird.
Rubrik: Im Kino gewesen. Gebloggt.
“Aber er hat eine sehr fromme Frau, das genügt.”
Adenauer laut heutiger FAZ, S. 8, am 21.08.1949 zu dem Vorhalt aus Bayern, der als Bundespräsident vorgesehene Theodor Heuss sei nicht kirchenfreundlich genug.
Rubrik: Glaube und Religion
Geschickte PR würde ich sagen. Und vermutlich nicht mal strafbar, weil die Aufschriften so aussehen, als seien sie mit Hochdruckreiniger oder Sandstrahlen und Schablone angebracht worden. Die Parolen stehen da schon länger an der Fördepromenade; ich war nur vorher nicht zum Knipsen gekommen.

Rubrik: In Kiel passiert · Juristisches · Unterwegs gesehen
Seit langer Zeit hat es mal wieder eine Nigeria-Spam-Mail durch alle Filter geschafft und das hat sie auch verdient angesichts solcher Kostbarkeiten:
Es war am frühen Morgen
ein Angriff von gemieteten Mörder,
Töten meine Eltern an einem kalten Blut,
wie ich bin der einzige links,
sofort nach der Beisetzung ich,
um zu einem Land in der Nähe von Dakar Senegal,
wo ich wohnen jetzt als Flüchtling.
Rubrik: Netzkultur · Selbstbezogenes