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BND-Bericht: Schwärzen will gelernt sein

28. Mai 2006 · 3 Kommentare

Der von BGH-Richter a. D. Gerhard Schäfer im Auftrag des Parlamentarischen Kontrollgremiums erstellte Bericht zur BND-Affäre ist am Freitag veröffentlicht worden. Zahlreiche Passagen sind aus Gründen des Geheimschutzes oder um Persönlichkeitsrechte Betroffener zu wahren getilgt worden.

Viele der Schwärzungen sind jedoch nicht besonders wirksam, weil sich aus den nicht gelöschten Fakten mit wenig Rechercheaufwand ermitteln läßt, wer sich etwa hinter “Journalist T” oder “Journalist V” verbirgt.

Die Bearbeitung der zu veröffentlichenden Fassung scheint etwas überhastet vorgenommen worden zu sein.

Auf S. 66, Rn. 111 des Berichtes findet sich:

Am 8. November 2005 veröffentlichte die Berliner Zeitung unter dem Titel “Ins Visier genommen” den bereits oben angesprochen (sic) Bericht über eine - im Jahre 1994 über Monate andauernde - Observation des Publizisten Erich Journalist T durch den Bundesnachrichtendienst (BND). [Hervorhebung von mir]

Die Folgen dieses Versehens sind allerdings überschaubar. Jedem, der die Berichterstattung über die BND-Affäre nur einigermaßen aufmerksam verfolgt hat, ist ohnehin klar, daß es sich bei dem “Journalisten T” um Erich Schmidt-Eenbohm handelt, auch wenn die “Welt am Sonntag” offenbar nicht darauf gekommen ist, wer gemeint ist.

Anscheinend hat übrigens die Verwaltungsangestellte, die Dr. Schäfer zugeordnet war, den Bericht mit “MS Word” schreiben müssen. Der uralte Fußnoten-Bug, der schon so manchen Verfasser längerer Texte zur Weißglut brachte, hat an vielen Stellen des Dokumentes seine Spuren hinterlassen.

Rubrik: Zeitgeschehen

3 Kommentare bisher ↓

  • 1 TD gebloggt // 28. Mai 2006 um 23:22 Uhr

    Wie erstelle ich möglichst umständlich eine PDF-Datei? Ein Musterbeispiel aus un

    Manchmal ist es schön, wenn eine stressige Woche mit einer Lachnummer zu Ende ge

  • 2 zeineku.de » BND-Bericht: Ein Tarnname im Klartext // 31. Mai 2006 um 11:36 Uhr

    [...] Wie ich schon schrieb ist der BND-Bericht von Herrn Dr. Schäfer offenbar unter großem Zeitdruck für die Veröffentlichung vorbereitet worden. Auf Seite 125 ist mir ein weiterer Lapsus aufgefallen: [...]

  • 3 Horas // 5. Juni 2006 um 17:24 Uhr

    Do-it-yourself Journalistenüberwachung
    Ich habe angefangen, in dem BND-Bericht zu lesen - das Lesen läuft äußerst schwerfällig, da alle Namen gestrichen wurden und große Teile entfernt wurden, um den Persönlichkeitsschutz der Betroffenen zu wahren.
    Z.T. geht das aber etwas daneben [...]

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