zeineku.de

Zeichensetzung, Nerdismus und Kunstpfeifen

zeineku.de header image 5

Berufsblogger: Supermärkte, Hosting-Unternehmer und Telefonsex

1. Juli 2006 · 5 Kommentare

Ich glaube, sie werden mehr. Gemeint sind nicht Leute, die für Geld oder braune Brause fremder Leute Weblogs füllen, sondern solche Blogger, die auf eigene Verantwortung über ihren Job oder ihr Unternehmen schreiben.

Den Shopblogger dürften noch die meisten Blogleser kennen. Täglich kann man teilhaben am Glück und Leid eines Bremer Kaufmannes, der sich mit Banalitäten wie Glasbruch genauso herumärgern muß wie mit der merkwürdigen Vertriebspolitik einiger Lieferanten. Und wenn im Laden zum WM-Viertelfinale ein Fernseher steht, werden sogar einkaufende Fußballverweigerer zu Fans.

Wer schon immer wissen wollte, was ein mittelständischer Webhostingunternehmer den ganzen Tag so treibt, sollte beim Hostblogger vorbeischauen, bei dem auch der Shopblogger und mein kleines, bescheidenes Blog untergebracht sind.

Gelüstet es einen nach dieser drögen, eher betriebswirtschaftlich und technisch geprägten Welt nach ein bißchen Zerstreuung, sollte man sich -vielleicht in einem Wagen des Paderborner Taxibloggers- zur Blogbar fahren lassen. Barfrau Lulu erzählt seit kurzer Zeit in einem sehr angenehmen Stil von armen, aber begabten Absinth-Schluckern, Paaren, die sich nichts mehr zu sagen haben und vielen anderen Gästen ihres Etablissements.

Es ist spät geworden. Also schnell ins Hotel, wo hoffentlich nicht der Hotelblogger an der nächtlichen Rezeption Dienst tut. Denn er erzählt zuweilen recht viel von seinen angeblich oder tatsächlich prominenten Gästen. Es wäre ja unangenehm, wenn man von einem Zimmer seines Hotels aus bei dieser bloggenden Telefonxexdienstleisterin anruft und detailsreiche Schilderungen darüber am nächsten Tag gleich mehrfach im Netz lesen muß.

Schlafenszeit inzwischen, also beende ich meinen Ausflug vorerst und gehe zu Bett, aber lieber in mein eigenes. Gute Nacht.

Rubrik: Netzkultur: Blick in die Blogs

5 Kommentare bisher ↓

  • 1 Hotelblogger // 1. Juli 2006 um 5:22 Uhr

    Ach, ich bin doch selbst noch nicht richtig zufrieden mit dem Konzept. Ich arbeite ja in verschiedenen Hotels, so dass zumindest nie klar ist, wo diejenigen Personen abgestiegen sind, denn das geht niemanden was an.

    Ich habe schon vor, die Privatsphäre der Leute zu achten, aber ich glaube, derzeit sind einige meiner Einträge in der Hinsicht grenzwertig. Es kann sein, dass ich diesbezüglich das Konzept meines Blogs nochmal ordentlich umschmeisse. Falls Ihr Trackback und/oder Link hier also mal ins Leere führt und Ihr Kommentar auf meiner Seite verschwunden ist, dann ist das kein Akt der Zensur gewesen, sondern liegt dann evtl. daran, dass ich den Eintrag, auf den Sie hier Bezug nehmen, entfernt habe.

  • 2 niels // 1. Juli 2006 um 9:07 Uhr

    Jo. Als Tipp für die Zukunft vielleicht dieses: Jemanden als “einziger von der X-Partei gestellter Innenminister eines Bundeslandes” zu beschreiben erlaubt natürlich recht einfache Schlüsse auf die konkrete Person, auch wenn der Name nicht angegeben ist. Formulierungen wie diese sollte man also vermeiden bei besonders pikanten Themen.

  • 3 Hotelblogger // 1. Juli 2006 um 23:37 Uhr

    Genau an diese Formulierung dachte ich ;-)

  • 4 zeineku.de » DocMorris: Bloggender Groß-Apotheker // 30. Juli 2006 um 22:33 Uhr

    [...] Ich habe an dieser Stelle ja schon mal über einige Berufsblogger berichtet, also Menschen, die aus ihrem Arbeitsalltag berichten. [...]

  • 5 zeineku.de » Polizei-Blog // 1. November 2006 um 0:28 Uhr

    [...] [...]

Kommentieren