Rainer Brüderle hat laut SPIEGEL ONLINE der SPD und insbesondere Kurt Beck ganz unverblümt angeboten, eine sozialliberale Koalition zu bilden. Die Grünen müßten in dem Fall wohl auch mit ins Boot.
Auf den ersten Blick mag das ja ganz schlüssig und passend erscheinen: SPD und CDU manövrieren sich derzeit gegenseitig aus. Wenn man so einen vergleichsweise mickrigen Kleinkram wie die angedachte Gesundheitsreform schon als das Projekt dieser Legislaturperiode hinstellt und dann so kläglich scheitert, wie es sich im Moment abzeichnet, ist das schon recht ärgerlich. Auch die Art der Bundeskanzlerin, in der Deckung abzuwarten, bis sich eine tragfähige Mehrheitsmeinung in der CDU gebildet hat, und dann so zu tun, als hätte sie genau diesen Weg von Anfang an favorisiert, hat mir politischer Führung und wahrgenommener Richtlinienkompetenz wenig zu tun.
Aber das ist alles noch harmlos verglichen mit einer Becksch-Brüderleschen Pfälzer Gemütlichkeitskoalition. Gerade weil die beiden sich aus gemeinsamen Mainzer Regierungstagen kennen, fehlt diesem Gespann das bundespolitische Format. Dadurch daß Kurt Beck seit Platzecks Abtritt SPD-Vorsitzender ist und auch gerne über seine eigenen Ambitionen auf die Kanzlerschaft spekulieren lässt, ist für meinen Geschmack schon genug Pfalz in der Bundespolitik. Beim letzten Mal dauerte die Pfalz-Phase im Kanzleramt immerhin 16 Jahre. Das muß doch genug sein für die nächste Zeit.
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