
Ich weiß nicht so recht, wie ich das Geschehen um das deutsche Mobilfunkgeschäft von BenQ bewerten soll. Einerseits riecht es nach zumindest moralisch verwerflichem Treiben, was Siemens und BenQ da mit den Mitarbeitern anstellen.
Aber wenn ich so einen Satz wie diesen hier bei SPIEGEL ONLINE lese,
Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen.
zweifele ich doch recht stark am Verstand des Betriebsrates, der das geäußert haben soll. Was für ein superwertvolles Know-How soll das denn sein? Das Wissen, wie man jahrelang Geld verbrennt mit verlustbringenden Geschäften? Die Kunst, die letzten zahlenden Kunden mit zuverlässig schrottiger Software und schnoddrigem Support zu vergraulen? Oder meinen sie vielleicht das überaus durchdachte Konzept, minderwertige Software durch klapprige Hardware zu komplettieren?
Vor mir auf dem Schreibtisch liegt ein “Siemens M65″-Handy. Das Mistding ist gerade mal ein gutes Jahr alt und wurde nicht übermäßig strapaziert, zumal es sich um ein sogenanntes “Outdoor-Handy” handelt. “Outdoor-Handy” und “strapazierfähig” bedeutet in der Welt der Siemens-Mobiltelefone vermutlich, daß die Tastaturbeleuchtung nur funktioniert, wenn man das Telefon zwei bis dreimal hart auf die Tischkante schlägt. Robust ist es, denn man kann zuverlässig damit telefonieren, obwohl alle paar Tage irgendein wackelig gewordenes Kleinteil abfällt - es sei denn, die Software stürzt mal wieder ab oder die linke Hälfte der Tastatur hat einen schlechten Tag. Ja, auf so ein Spitzen-Know-How haben sie in Taiwan sicher gelauert. Bisher können die in Asien vermutlich nur funktionsfähige Telefone bauen. Jetzt haben sie die Chance, ihre Produktpalette zu erweitern.
4 Kommentare bisher ↓
1 jo // 4. Oktober 2006 um 19:09 Uhr
Ich habe in den letzten Wochen leider auch mehrfach mit dem BenQ-Support telefonieren müssen (USB-Schnittstelle am S88 defekt, OLED-Display eingebrannt), aber schnoddrig war das niemand, wirklich nicht.
Und das mit dem Know-How, nun, BenQ dürfte es eher um die etablierte Marke und das Vertriebsnetz gegangen sein, weniger um das technische Know-How. Naja, die Marke hat man nun auch noch vor die Wand gefahren.
2 niels // 5. Oktober 2006 um 17:44 Uhr
Mit dem Siemens-Support schlage ich mich gar nicht erst rum. Bei Gelegenheit werde ich es dem Netzbetreiber überlassen und einer kundenfreundlichen Lösung harren. Die haben sich schon in der Vergangenheit immer recht vernünftig gezeigt.
3 zeineku.de » // 7. November 2006 um 23:32 Uhr
[...] Anrüchig war die deutsche BenQ-Pleite ja schon, als Ende September an die Öffentlichkeit kam, daß das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. [...]
4 zeineku.de » Der Staatsanwalt bei BenQ? // 7. November 2006 um 23:33 Uhr
[...] Anrüchig war die deutsche BenQ-Pleite ja schon, als Ende September an die Öffentlichkeit kam, daß das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. [...]
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