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Schröder, Stoiber und der angebliche Putschversuch 2005

17. November 2006 · Ein Kommentar

Der Herbst 2005 war ‘ne wilde Zeit. Ein überdrehter Nochkanzler Gerhard Schröder, der -teils aus Verhandlungstaktik, teils aus Selbstüberschätzung- nicht von seinem Amt lassen wollte. Auf der anderen Seite eine verstörte Union, die ein nach den vorherigen Erwartungen desaströses Wahlergebnis zu verdauen hatte.

In dieser Lage soll ein Abgesandter Schröders, so wird derzeit überall berichtet, auf Edmund Stoiber zugekommen sein mit dem Angebot, gemeinsam eine große Koalition aufzuziehen, bei der Stoiber die Unions-Spitze gewesen und Angela Merkel übergangen worden wäre. Kolportiert wurde diese Story angeblich aus dem CSU-Umfeld. Schröder ließ umgehend dementieren, daß er einen Unterhändler nach Bayern geschickt habe.

Wenn man zugrundelegt, wie Schröder sich nach der 2005er Wahl äußerte, ist ihm eine so kühn bis absurde Idee, die Union zu spalten und sich auf diese Weise doch noch eine Chance auf weitere Kanzlerschaft zu sichern, durchaus zuzutrauen. Und völlig ausgeschlossen wäre es auch nicht gewesen, daß eine -von der eingefahrenen Ernte enttäuschte- Union sich von der glücklosen Kanzerkandidatin abwendet und einen personellen Neuanfang an der Parteispitze lanciert.

Rubrik: Zeitgeschehen

Ein Kommentar bisher ↓

  • 1 Henning // 18. November 2006 um 15:17 Uhr

    Jupp, das kann ich voll unterschreiben.

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