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Es war zu erwarten. Nicht einmal 24 Stunden nach den schlimmen Ereignissen in der Emsdettener Realschule melden sich Politiker mit einfachen Rezepten. Der Vize-Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Wolfgang Bosbach, und sein SPD-Kollege Dieter Wiefelspütz setzen sich mal wieder für den Verbot von sogenannten “Killerspielen” ein.
Der logische Schluss, daß gewalt-geprägte Computerspiele wohl mitursächlich seien müssten für das Verhalten eines Gewalttäters, ist dabei keineswegs so naheliegend, wie es zunächst scheinen mag. Unter Experten ist nach wie vor umstritten, ob ein solcher Zusammenhang überhaupt besteht und in welcher Richtung er sich auswirkt.
Viel wichtiger als sich um Computerspielverbote Gedanken zu machen, wäre es aber, sich um die Schüler zu kümmern. Nach allem, was die Öffentlichkeit aus dem Leben des Amokläufers von Emsdetten erfahren hat, war er sozial weitgehend isoliert, gedemütigt und möglicherweise psychisch krank.
Wer darauf hinarbeiten will, daß -ohnehin zum Glück seltene- Ereignisse wie die in der nordrhein-westfälischen Realschule in Zukunft nicht mehr vorkommen, sollte sich darum kümmern, daß am Rande der Gesellschaft stehenden Schülern Hilfe und Behandlung angeboten wird, bevor sie ihre wahnsinnigen Pläne in die Tat umsetzen.
Ein Kommentar bisher ↓
1 pip // 21. November 2006 um 13:14 Uhr
ganz richtig. wichter wären psychosoziale frühwarnsysteme die leute, die sich seit mehreren jahren an der borderline bewegen an der richtigen stelle abholen.
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