WERBE-PLAKAT FÜR ABSINTH-VERBOT IN DER SCHWEIZ.
Der französische Landarbeiter Jean Lanfray lebte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Er ermordete in einem Tobsuchtsanfall seine zwei kleinen Töchter und seine schwangere Frau. Lanfray war Alkoholiker mit einer Tagesdosis von immerhin bis zu fünf Litern Wein.
Bevor er seine Familie umbrachte, hatte er außerdem Branntwein und Absinth getrunken. Man ahnt ob der Überschrift schon, was danach passierte.
Absinth wurde in Frankreich und vielen anderen europäischen Staaten in der Folge nach einer krakeligen Debatte verboten und war größtenteils bis zum Ende des 20. Jahrhunderts illegal. Die Öffentlichkeit war sich sicher, daß der im Absinth enthaltene Stoff Thujon Halluzinationen auslöst und den Mord Lanfrays dadurch verursachte. Wein und gewöhnliche Spirituosen blieben erlaubt.
Bezeichnenderweise gingen Abstinenzvereine ausgerechnet mit Weinbauern in Frankreich eine schillernde Allianz ein, um gemeinsam ein Verbot der Grünen Fee zu fordern. Später stellte sich heraus, daß Absinth nicht so gefährlich ist wie vermutet. Seine schädlichen Wirkungen beruhen schlicht auf dem Alkoholgehalt, nicht auf dem in Verdacht geratenen Thujon, welches nur in geringer Konzentration Bestandteil von Absinth ist.
So einfach, wie man im ersten Schock vermutet, sind kausale Zusammenhänge häufig leider nicht, Herr Beckstein. Das gilt auch für die Amokläufe von sozial isolierten und psychisch kranken Schülern, in deren Zimmern man bestimmte PC-Spiele findet.
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