Ich mag Brad Pitt eigentlich nicht, aber diesen Film. Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu hat nach meiner Meinung ein Meisterwerk geschaffen.
Drei ineinander verflochtene Handlungsstränge werden in “BABEL” erzählt: Die Reise eines zerstrittenen amerikanischen Ehepaares durch Marokko, eine mexikanische Hochzeit und das Leben einer gehörlosen Schülerin in Japan. Dabei springt die Schilderung der Ereignisse mehrfach kunstvoll in Zeit und Raum hin und her, ohne daß dies verwirrend wäre.
Die Bilder sind opulent inszeniert. Zugleich führt “BABEL” den Zuschauer rücksichtslos und fast brutal ganz nah an die Handlung. Insbesondere die Szenen am Rand der marrokanischen Sahara wirken authentisch und mitreissend. Wer schon einmal in der Gegend Marokkos war, die als Drehort hergehalten hat, wird mir bestätigen, daß der Film die Lebenswirklichkeit der Menschen dort sehr treffend widerspiegelt.
Obwohl einzelne Teile der Handlung äußerlich dann wieder eher ruhig daherkommen, fiel mir erst beim Blick auf die Uhr nach Verlassen des Kinos auf, daß seit dem Filmanfang fast zweieinhalb Stunden vergangen waren.
Ein paar Worte zum Inhalt: Susan (Cate Blanchett) wird in Marokko während einer Busfahrt angeschossen. Ihr Mann Richard (Brad Pitt) kümmert sich um sie und wartet um ihr Leben bangend auf medizinische Hilfe. Daheim passt die illegal in den USA arbeitende Haushälterin auf die Kinder der beiden auf, will aber auf keinen Fall die Hochzeit ihres Sohnes in Mexiko verpassen.
Mehr sollte man vorher auf keinen Fall wissen, um sich nicht um den Genuss der einzigartigen Erzählweise des Films zu bringen. Daher sollte man die -ansonsten sehr gut geschriebene- Kritik bei den Fünf Filmfreunden auch nur lesen, wenn man den Film schon gesehen hat. Sie erzählt fast die ganze Handlung des Films nach.
2 Kommentare bisher ↓
1 Thomas // 23. Januar 2007 um 8:50 Uhr
Ja, ich mochte den auch.
Habe ihn über Neujahr in Deutschland gesehn und konnte mich nicht entscheiden, ob es nur störend oder auch witzig war, dass sie die englische als einzige Tonspur synchronisiert hatten.
Gruß
Thomas
2 niels // 23. Januar 2007 um 13:37 Uhr
konnte mich nicht entscheiden, ob es nur störend oder auch witzig war, dass sie die englische als einzige Tonspur synchronisiert hatten.
Ich habe von einigen Leuten gehört und gelesen, die das kritisiert haben. Dabei erscheint es mir nur logisch und konsequent. Uns Deutschen ist nun mal die Lebenswelt des amerikanischen Paares viel näher als die Kultur der Japanerin, der Mexikaner oder der marokkanischen Familie. Also tut es m. E. der Rezeption des Films gut, wenn Susan und Richard in deutschen Kinos Deutsch sprechen.
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