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Im Kino: Marjane Satrapis Persepolis

1. Dezember 2007 · Ein Kommentar

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AUTOBIOGRAPHISCH ZEICHNEND - MARJANE SATRAPI. BILD: WIKIPEDIA, LIZENZ

Zeichentrick für Erwachsene und dann noch mit halbwegs ernstem Thema und Genre - das ist das deutsche Publikum eigentlich nicht gewohnt. Umso erfreulicher, dass das Kino bei Persepolis Samstag abend recht gut gefüllt war.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic der im Iran geborenen Zeichnerin Marjane Satrapi. Sie erzählt in ausdrucksstarken, von einem ganz besonderen eigenen Stil geprägten Bildern ihre eigene Geschichte: Kindheit im Iran der späten Schah-Zeit, islamistische Propaganda der Revolutionsjahre, Erster Golfkrieg. Marjane geht noch als Schülerin ins Ausland, erlebt glückliche und weniger glückliche Jahre in Wien, um schließlich zu ihren Eltern zurückzukehren.

Dass “Persepolis” in Cannes ausgezeichnet wurde, traf nicht unbedingt auf einhellige Begeisterung des Regimes in Teheran. Gleichwohl muss man konstatieren, dass Satrapi an keiner Stelle des Films zu einfachen Urteilen und eindimensionalen Schlussfolgerungen kommt. Paradoxerweise hat sie gerade durch die besonderen Stilmittel des Trickfilms die iranischen Geschehnisse seit dem Ende der 1970iger Jahre sehr eindringlich in den historischen Kontext eingeordnet und mehr beschrieben als bewertet, mehr erklärt als gebrandmarkt. Kritik an der Mullah-Theokratie kommt natürlich trotzdem nicht zu kurz.

Fazit: Unbedingt anschauen!

Trailer bei myspace.

Rubrik: Im Kino gewesen. Gebloggt.

Ein Kommentar bisher ↓

  • 1 Im Kino: Waltz with Bashir // 4. Januar 2009 um 19:56 Uhr

    [...] Trickfilme für mehr taugen als Kinderfilme und seichte Comedy, hat schon Marjane Satrapi mit Persepolis bewiesen. Ernste Stoffe lassen sich hervorragend in der Ästhetik von Zeichentrickbildern [...]

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