Koch sieht “zu viele kriminelle Ausländer”
titelt die Financial Times Deutschland. Ich sehe zu viele Köche.
Und weiter bei der FTD:
Er plädierte für eine häufigere Anwendung des geschlossenen Strafvollzugs für verurteilte Täter zwischen 18 und 21 Jahren. “Gefängnis muss man spüren, wenn es Wirkung haben soll”, sagte er. Zugleich machte der CDU-Politiker eine seiner Ansicht nach verfehlte Integrationspolitik mitverantwortlich für Gewaltausbrüche jugendlicher Ausländer.
Ich frage mich ja nur, wessen Verfehlungen dafür mitverantwortlich sind, was Roland Koch und seine Mannen so treiben und getrieben haben.
Hat man Manfred Kanther und Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein nur nicht lieb genug gehabt in ihrer Kindheit oder müssen wir jetzt Strafverschärfungen für korrupte Politiker diskutieren?
Populistische Scheindebatten, aufgehängt an einem gerade erst geschehenen Ereignis, dessen genaue Hintergründe oder gar Ursachen noch niemand kennt, eignen sich zu überhaupt nichts, außer der Klarstellung, dass man grundsätzlich nicht auf dejenigen hören sollte, der so ein populistisches Geschrei beginnt.
BILD: WIKIPEDIA, LIZENZ

5 Kommentare bisher ↓
1 refu // 28. Dezember 2007 um 10:36 Uhr
Der Mann ist halt mit der Methode damals an die Macht gekommen und sieht deshalb ein probates Mittel darin, wieder diese Stimmung anzuheizen und sich von ihr zum Wahlsieg tragen zu lassen. Für Unterschriftslisten ist es wahrscheinlich schon zu spät.
2 niels // 28. Dezember 2007 um 10:45 Uhr
Mit Unterschriftenlisten droht diesmal Frau Ypsilanti. Um ihren Hessen-Wahlkampf gegen Koch zu befeuern, sammelt sie ab Januar Autogramme für einen einheitlichen Mindestlohn. Hat also zu viel von Koch gelernt, die Dame.
3 Heinz // 2. Januar 2008 um 19:38 Uhr
Herr Koch hat schon recht mit den kriminellen Ausländern.
Frage: warum wird das Problem nicht EU weit gelöst ?
Auch die Schweiz hat die gleichen Probleme.
Siehe den Link
http://www.votation.ch/print.html?page_id=2766&l=2
4 refu // 3. Januar 2008 um 0:22 Uhr
Es ist einfach eine perfide Masche, Stimmung gegen eine Minderheit zu machen und das unschuldig damit zu kaschieren, man sei ja nur gegen die kriminellen Vertreter derselben. Das haben die Parteien vom rechten Rand schon vor 15 Jahren slogantechnisch umgesetzt und Herr Koch befindet sich da in sehr passender Gesellschaft.
5 niels // 3. Januar 2008 um 1:21 Uhr
Außerdem ist der Münchener Vorfall nun wirklich völlig ungeignet, über Integration, Wertesysteme, Leitkultur und gescheiterte Migrantenbiographien zu sinnieren. Da haben bekanntlich ein Grieche und ein Türke auf ihr Opfer eingedroschen.
Was soll man daraus folgern - dass EU-Ausländer genauso kriminell sind wie Nicht-EU-Migranten? Also demnächst die Grenzen wieder dicht und auch die Franzosen bei Verurteilung sofort abschieben? Und wohin schieben wir die deutschen Jungs ab, die auch in der Münchener U-Bahn nur wenige Tage später andere Fahrgäste mit der Faust traktierten?
Alles aktionistischer und populistischer Unfug.
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