Künstlern, die glauben alles zu können, begegnet man gelegentlich mit Misstrauen, Abneigung und Distanz. Dass jede Schauspielerin meint, auch eine großartige Sängerin zu sein, dass Hotelerbinnen… Ach egal.
Wer Schmetterling und Taucherglocke gesehen hat, wünscht sich jedenfalls, dass mehr Maler anfangen Filme zu drehen. Das kann Julian Schnabel nämlich.
Er komponiert einen wunderbar poetischen Bilderteppich. Schnabel malt auf der Kinoleinwand einen großartigen Film und dreht ein Gemälde. Anders kann man es kaum beschreiben.
Schmetterling und Taucherglocke erzählt die Geschichte von Jean-Dominique Bauby, einst Chef der französichen Ausgabe von “Elle”. Bauby erlitt vor rund zehn Jahren einen Schlaganfall und erwachte nach mehreren Wochen Koma als sog. Locked-In-Patient. Er konnte die Außenwelt wahrnehmen, sein Körper war aber bis auf die Augenlider gelähmt. Die einzige ihm verbleibende Kommunikationsmöglichkeit war das Blinzeln.
In diesem Zustand schrieb der frühere Star-Journalist ein Buch über sein Leben und die Zeit der Hilflosigkeit, indem er blinzelnderweise diktierte.
“Schmetterling und Taucherglocke” ist ein Film über Verzweifelung und Einsamkeit, Demut und Willensstärke, Liebe und Eifersucht. Trotzdem ist er kein bißchen überfrachtet. Er ist zugleich total melancholisch und überrascht doch mit vielen komischen Momenten. Schnabel zeigt Bilder, die einerseits dokumentarisch wirken und dabei von beeindruckender Schönheit sind. Er entwickelt im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Szenerien.
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