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Ist die SPD noch zu retten?

19. Mai 2008 · 6 Kommentare

Weder Angela Merkel noch Kurt Beck sind die geborenen Parteivorsitzenden. Weder Angie noch der bärtige Pfälzer haben eine Vision für ihre jeweilige Partei, einen Plan für die groben aber auch großen programmatischen Linien. Dennoch steht die CDU nach außen hin zur Zeit bedeutend besser da, während die SPD-Führung seit Wochen ein derartiges Chaos anrichtet, dass selbst der politische Gegner schon fast Mitleid mit den Genossen hat.

Worin unterscheidet sich also der Führungsstil von Kurt Beck und Angela Merkel? Die Kanzlerin äußert sich bei jeder parteiinternen Streitfrage zurückhaltend, lässt auf keinen Fall eine klare eigene Position erkennen, wartet sozusagen im Schützengraben, welcher Flügel sich in der Union durchsetzt und unterstützt dann mit Verve die jeweils siegreiche Fraktion, als hätte sie von Anfang an nichts anderes vertreten. Dabei ist sie trotz ihrer politischen Farblosigkeit und fehlenden Ideen eine kluge Strategin.

Beck geht anders vor. Er hält sich zwar in Debatten auch zurück, aber immer zu lange. Ob krankheitsbedingt oder aus Ungeschicklichkeit: Kurt Beck schweigt stets, bis keiner mehr auf das wartet, was er zu sagen hat. Gleichzeitig neigt er zu internen Wutausbrüchen (wie zuletzt im kraftausdruckgeprägten Gespräch mit Ralf Stegner), die regelmäßig ebenso wenig intern wie wirkungsvoll sind. Hinzu kommt ein ganz übles Hin- und Her in inhaltlichen Fragen. Je schneller die SPD ihren Vorsitzenden wechselt, desto besser die Chancen der Partei in der nächsten Zeit, wenigstens Achtungserfolge bei Wahlen zu erzielen.

Rubrik: Zeitgeschehen

6 Kommentare bisher ↓

  • 1 Henning // 20. Mai 2008 um 1:25 Uhr

    Wobei sich da die Frage aufdrängt, wer’s denn diesmal machen soll und ob’s dann wirklich besser wird.

  • 2 niels // 20. Mai 2008 um 11:57 Uhr

    Geht es denn noch schlechter?

  • 3 Henning // 21. Mai 2008 um 0:50 Uhr

    Schlimm genug, wenn’s nicht besser wird.

  • 4 spd watch // 21. Mai 2008 um 22:18 Uhr

    Wenn’s ja nur der Vorsitzende wäre … die SPD hat m.E. viel grundsätzlichere Probleme. Gewisse programmatische Differenzen sind dabei eigentlich nur ein oberflächliches Indiz dafür, dass die Partei auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Existenzberechtigung ist: Für linke Umverteilungspolitik steht die Linkspartei, für eine pragmatische Politik der Mitte die Union (mit Abstrichen …) - wo ist da noch Platz für die SPD?

  • 5 niels // 21. Mai 2008 um 23:36 Uhr

    Zumal sie noch den taktischen Fehler gemacht haben, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt nach links zu rücken, als sie eigentlich die Früchte der Agenda2010-Politik hätten ernten können.

  • 6 SG // 22. Mai 2008 um 18:33 Uhr

    Ich fürchte, ein anderer Vorsitzender könnte es auch nicht anders/besser machen. Wie man in der Zeitung liest, reden die verschiedenen SPD-Flügel ja nicht mal mehr miteinander. M. E. hat Beck es lange Zeit recht gut gemacht in Anbetracht der Lage, in der sich die SPD befindet. Vergeigt hat er’s erst in Folge des Hessen-Linkspartei-Desasters.

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