
BILD: WIKIPEDIA, LIZENZ
Isabel Coixet hat mit der Literaturverfilmung Elegy, die den Romanstoff Das sterbende Tier von Philip Roth aufgreift, ein ganz altes Grundmotiv verfilmt. Alter Mann liebt junge Frau, aber in diesem Fall auf beiden Seiten hochrangig besetzt. Ben Kingsley mimt David Kepesh, einen reifen Literaturprofessor in New York, der sein Leben lang besessen davon ist, emotionalen Bindungen auszuweichen und diesen Lebensentwurf philosophisch zu unterfüttern weiß. Consuela (Penélope Cruz) stört dieses Theorie-Praxis-Modell, indem sie anfängt den Professor zu lieben.
Zunächst beginnt die Liaison der beiden wie unzählige Male zuvor im Leben des Prof. Kepesh: Er erobert eine seiner jungen Studentinnen. Doch erstmals findet er Gefallen daran, auch außerhalb des Bettes Zeit mit seiner Geliebten zu verbringen. Paradoxerweise leidet die Verbindung der beiden von Anfang an und bis zum Scheitern ausgerechnet daran, dass er permanent an ihrer Zuneigung zweifelt und sie ihm näherkommt als er zulassen möchte. Dies ist -neben dem Spiel von Cruz und Kingsley- der eigentliche Reiz des Films.
Zu Beginn der Handlung erläutert Prof. Kepesh in seiner Vorlesung, dass ein Buch, das man in zehn Jahren ein zweites Mal liest, bis dahin ein anderes geworden ist, weil der Leser sich in der Zwischenzeit verändert hat. Ebenso verändern sich auch Kepesh und Consuela bis zu ihrer späteren Begegnung. Beide sind durch unterschiedliche Leiderfahrungen reifer geworden. Und es ist dem Film hochanzurechnen, dass das späte Erwachsenwerden von Kepesh nur angedeutet wird. So vermeidet Isabel Cioxet das Abgleiten ins anrührend Verkitschte. Als Fazit steht für mich fest -entgegen der herrschenden Meinung unter den Filmkritikern-, dass hier durchaus ein sehenswertes Stück Film gelungen ist, das allerdings gewisse Längen hat und immer am Rand des Klischees entlangschrammt.
3 Kommentare bisher ↓
1 Schaps // 17. August 2008 um 12:52 Uhr
Ben Kingsley ist nur GEIL!
2 Zuckerbäckerin // 17. August 2008 um 13:41 Uhr
Danke für den Beitrag, war mir eine Entscheidungshilfe.
3 almi // 18. August 2008 um 16:10 Uhr
für mich ein enttäuschender roth roman.
vielversprechender anfang - aber dann wirds irgendwie ziemlich belanglos.
der film interessiert mich aber, erstaunlich besetzt, auch in nebenrollen (sarsgaard, clarkson)
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