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Googles Hunger nach fremder Leute Inhalten

4. September 2008 · 2 Kommentare

Bekanntlich meint es Google mit sich selbst gut, bei der Formulierung der Nutzungsbedingungen für den zentralen Google-account seiner Nutzer, Software und andere Dienste.

Dort räumt der Nutzer Google recht umfangreiche Nutzungsrechte ein, nämlich:


“a perpetual, irrevocable, worldwide, royalty-free, and non-exclusive license to reproduce, adapt, modify, translate, publish, publicly perform, publicly display and distribute any Content which you submit, post or display on or through, the Services.”

Auf deutsch:

Wenn Sie Inhalte in die Dienste einstellen, räumen Sie dadurch Google (und den zur Google Gruppe gehörenden Unternehmen sowie den Vertragspartnern von Google) das nichtausschließliche, weltweite und zeitlich unbeschränkte Recht ein, diese Inhalte für die Dienste zu nutzen, insbesondere die Inhalte zu vervielfältigen und anderen Nutzern öffentlich zugänglich zu machen.

Recht frech, aber nicht neu. Im Zusammenhang mit dem Erscheinen von Chrome wurde die Diskussion um diesen Passus mal wieder nach oben gespült.

Darauf reagiert seinerseits Matt Cutts, einer von Googles bloggenden Strategen. Tenor: Das sei alles gar nicht so schlimm und nur der Faulheit der Anwälte oder der Bequemlichkeit für die Nutzer geschuldet. Man wolle eben für möglichst viele Dienste gleichlautende Nutzungsbedingungen verwenden:

this means that the legal terms for a specific product may include terms that don’t apply well to the use of that product.

Netter Versuch; aber wer genauer drüber nachdenkt, fragt sich unweigerlich bei welchem von Googles Produkten eine so weitreichende Lizenzeinräumung für geistiges Eigentum wohl fair und angemessen erscheint. Mir fällt keines ein.

Rubrik: Juristisches · Netzkultur: Googeliges

2 Kommentare bisher ↓

  • 1 Sebastian // 5. September 2008 um 11:57 Uhr

    Ich würde da zum Beispiel an Google Maps denken. Das Einstellen von Lokalmarken, die Restaurants etc. anzeigen (bzw. dann auch zu Reviews und ähnlichem führen).

  • 2 niels // 5. September 2008 um 12:21 Uhr

    Die bloße Information, bei Koordinate x,y sei das Sterne-Restaurant “Zum dreckigen Löffel” ist aber noch nix urheberrechtsrelevantes. Für bei Google Maps hochgeladene Bilder sieht das anders aus, OK, aber auch dort muss die Lizenz nicht so weitreichend formuliert sein.

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