Damit hat sich bei den Sozialdemokraten der Kandidat durchgesetzt, der nach meiner Einschätzung die besseren Chancen hat, die Amtsinhaberin Angelika Volquartz im nächsten Frühling abzulösen.
NDR online zitiert den frisch gekürten Kandidaten mit dem Ausspruch “Es reicht nicht, wenn der Turm des Rathauses rot ist. Das Rathaus muss rot sein.”
Das mag gut gewesen sein zum Streicheln der sozialdemokratischen Seele. Für den Wahlkampf ist dieser Schlachtruf aber keineswegs tauglich. Erinnert er doch allzusehr an Jahrzehnte rot gefärbter Dauerregentschaft.
Albig hat gute Chancen, die Wahlen für sich zu entscheiden, wenn er sich als Bürgermeister für Kiel verkauft und nicht in erster Linie als Bürgermeister der Sozialdemokraten.
Angesichts der Debatten um Kraftwerksneubau, Innenstadtumbau und Verkehrsplanung wird man von ihm in den nächsten Monaten selbstbewusste Stellungnahmen erwarten, die nicht unbedingt im Einklang mit dem Programm der Kieler SPD stehen müssen.
3 Kommentare bisher ↓
1 Schaps // 27. September 2008 um 15:08 Uhr
Wie steht er denn so tendenziell zum Innenstadtumbau?
2 niels // 27. September 2008 um 15:11 Uhr
Keine Ahnung. Ich meinte das prinzipieller. Wer bei einer Direktwahl Erfolg haben will, sollte sich als selbständige Persönlichkeit präsentiert und nicht als bloßes Anhängsel der Partei. Das gilt natürlich umso stärker, wenn die betreffende Partei nicht besonders gut dasteht.
3 Yves // 14. Oktober 2008 um 23:06 Uhr
Sicher ist es richtig, dass Torsten Albig der aussichtsreichste Kandidat für das Amt des OB für Kiel ist, natürlich inklusive der amtierenden OB.
Ich oute mich hier mal gleich als Sozialdemokrat. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Ich will auch nicht unbeteiligt tun, das wäre albern.
Erstmal, was meinst Du konkret Schnaps? Meinst Du die Wahnsinnsidee der OB das Schloss weg zu reißen und noch mehr Gewerbefläche um das Überbleibsel des Schloßes anzusiedeln und dann als Landeshaupstadt mal eben eine Philharmonie für 60 Millionen an die Förde zu klatschen?
Ich ich kann Dir die Frage nicht beantworten, frage ihn doch selbst bei Gelegenheit, bevor man hier irgendwas ungefähres hinschreibt, ist das die beste Variante, glaube ich. Ist per Mail und Brief durchaus möglich.
Soweit ich mich entsinnen kann, hat die SPD noch nie Parteianhängsel nominiert in Kiel. Was ist das überhaupt, ein Parteianhängsel? Dass eine innere Verbundenheit zur jeweiligen Partei vorhanden ist halte ich für gut und richtig, ich hoffe das ist bei den anderen Parteien ebenso. Wäre ja sonst schlecht, die Wählerinnen und Wähler machen ihre entscheidung ja auch ein Stückweit von Parteizugehörigkeit abhängig.
Bei aller Sympathie für die Idee eines starken OB muss man sich jedoch auch vor Augen führen, dass OB´s kein politisches Mandat haben, sondern “lediglich” an der Spitze der Verwaltung stehen. Es ist gar nicht vorgesehen, dass OB´s selbst Politik machen, dieses Feld ist eigentlich der Selbstverwaltung vorbehalten. Trotzdem haben, das gebe ich gerne zu, OB´s und auch Landräte, durch die Direktwahl natürlich ein ziemlich starkes Mandat.
Ich glaube, das Torsten Albig der OB Kandidat ist, der sowohl fachgercht und hervorragend die Verwaltung führen kann, aber auch genügend politisches Geschick hat um eine gute Zusammenarbeit mit der Selbstverwaltung, also der Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an der Politik der Stadt, abbilden kann.
Ich denke, dass seine Vita und auch seine Erfahrungen nahezu ein Alleinstellungsmerkmal in der Qualifikation für dieses Amt ist, was die Geschichte der OB´s in Kiel, oder auch anderswo angeht.
Was die Situation der SPD angeht, sicherlih hat die traditionsreiche Kieler SPD bessere Tage geshen. Keine Frage, dass nicht zu sehen bedeutete Realitätsverweigerung. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass sie von den Parteien in Kiel die ist, die sich selbst am treuesten ist, und somit auch am glaubwürdigsten. Ich weiß, dass die Kieler SPD sich mit der Situation der Beteiligung an Wahlen und auch der Frustration über Politik massiv auseinadersetz und beschäftigt, besteht die SPD doch, wie andere Parteien hoffnungsvoller Weise jka auch, aus ganz normalen Menschen, die wenn vorhanden, morgends zur Arbeit gehen und Abends nach Hause fahren. Die von den “alltäglichen” Heraisforderungen ebenso betroffen sind wie alle anderen Kieler auch. Sicher ist die Kieler SPD demokratischer organisiert und hat so auch die größere Möglichkeit sich mit den alltäglichen Herausforderungen der Menschen zu beschäftigen, als die Konkurenz, die Kandidaten per Vorstandsakklamation ernennt und nicht in geheimer Wahl auf einer Mitgliederversammlung wählen lässt. Die werden schon ihre Gründe haben.
Man kann bei der Kommunalwahl sicher nicht von einem strahlenden Sieg der SPD reden, auch das wäre Realitätsverweigerung, jedoch ist die SPD stärkste Kraft, das zählt. DIe SPD in Kiel muss sich wieder beweisen, das tut ihr sicher nicht schlecht.
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