
photo credit: Lin Pernille ♥ Photography
Wann wird ZEIT ONLINE wohl begreifen, dass Leser ärgern kein gutes Konzept zur Vermarktung von digitalen Inhalten ist? Immer wenn ein Link irgendwo in der Welt oder ein interessanter Anreisser bei Google News mich zum Nachrichtenportal der ZEIT geführt hat, frage ich mich im ersten Moment, warum ich dort nicht häufiger lese. Das Layout ist angenehm unaufdringlich, die Artikel nicht selten klug geschrieben oder zumindest von denkenden Menschen aus den Agenturfeeds wohlgestaltet komponiert. Und das ist ja schon was.
Aber dann, am unteren Ende der jeweiligen Artikelseite, wird es mir regelmäßig wieder schlagartig klar. Das krampfige Gebettel um Page-Impressions hält mich davon ab, Stammleser zu werden. Die Sehnsucht nach tollen Zahlen in den Nutzerstatistiken hat die ZEIT-Macher dazu verleitet, ihre Artikel auf zwei oder sogar noch mehr Seiten aufzuteilen, als seien die Zeiten nicht längst vorbei, in denen das Laden einer html-Seite von mehr als 10 KB Größe ernsthafte Probleme bereitete.
4 Kommentare bisher ↓
1 SG // 13. März 2009 um 22:23 Uhr
Wobei sie immerhin den Link “Diesen Artikel auf einer Seite lesen” anbieten.
2 niels // 13. März 2009 um 22:29 Uhr
Aber das bleibt -was cookiemäßig ja unproblematisch wäre- nicht erhalten bis zum nächsten Aufrufen der Website.
3 Zuckerbäckerin // 14. März 2009 um 17:18 Uhr
Sprichst mir aus der Seele. Ich lese sehr gerne auf Zeit Online, ärgere mich dann aber über das viele, leider unumgängliche, geklicke. Über die Hintergründe hatte ich mir zugegebenermaßen bis dato keine Gedanken gemacht. Ich hielt es einfach für unpraktisch gelöst…
4 foster // 14. März 2009 um 17:58 Uhr
Sehr ärgerlich vor allem, dass diese Praxis bei längeren Artikeln mehr und mehr um sich greift: Als weitere Beispiele fielen mir auf Anhieb sueddeutsche.de und - natürlich - SPON ein.
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