“Stasi war das Faszinosum. Das ist verständlich, aber darin geht die DDR-Geschichte nicht auf.”
So wird Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse zitiert.
Unabhängig davon, ob er in der Sache recht hat, sind seine Äußerungen für die SPD eine politische Dummheit. Denn je näher die Bundestagwahl rückt, desto stärker wird die Öffentlichkeit solche Statements als Vorbereitung des Ackers rot-rotes Regieren auf Bundesebene interpretieren. Je häufiger sich Sozialdemokraten mit Aussagen zu Wort melden, die auch nur als Relativierung des SED-Regimes verstanden werden könnten, desto weniger glaubhaft wirkt die Im-Bund-nicht-mit-den-Linken-Gebetsmühle der SPD.
3 Kommentare bisher ↓
1 John Dean // 12. April 2009 um 15:06 Uhr
Ich mag an Thierse, dass er sich unabhängig von der (vermuteten) publizistischen Wirkung äußert. Für mich ist Thierse zwar ein Sozialdemokrat alten Zuschnitts, also ein allzu leichtfertiger Ausgabenprogramme-und-Geldverschleudern-Befürworter, aber im Gegensatz zu 90 Prozent seiner Kollegen halte ich ihn für interlektuell redlich.
Das heißt: Er sagt auch, was er für richtig hält, wenn die Gefahr besteht, dass seine Äußerungen vom politischen Gegner und der “liberalen” Presse bewusst falsch aufgefasst werden.
Er hat Mut - und äußert sich selten dumm. Das ist garnicht mal so wenig, finde ich. Und lieber als die Seeheimer Möchtegern-Wirtschaftsbonzen (u.ä.) ist er mir am Ende auch, obwohl ich seine politischen Ansichten häufig nur altbacken finde und seine wirtschaftspolitische Kompetenz nur wenig lobenswert.
2 John Dean // 12. April 2009 um 15:06 Uhr
Ähem, es heißt intellektuell…
(zu schwierig, dieses Wort, für mich)
3 Schaps // 16. April 2009 um 11:56 Uhr
Tja, soll die SPD doch mit der Linken kollaborieren…ist eh nicht mehr mein Metier ^^
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