Die Welt steht Kopf. In Zukunft werden uns in der Fußgängerzone die Scientologen, Veganer und Zirkusgegner überhaupt nicht mehr stören. Wir werden uns das Gebettel von Obdachlosenzeitungsverkäufern zurückwünschen, wenn das einreisst, was Karstadt jetzt veranstaltet.
Im alten Rom stürzten sich gescheiterte Feldherren -gewissermaßen das damalige Topmanagement- mit viel Blut aber immerhin Würde ins Schwert. In Deutschland winselt ein einstmals stolzer Kaufhauskonzern, der strategisch in den späten 1980iger Jahren stehen geblieben ist, seine Kunden an, auf dass diese sich dafür einsetzen, dass der Staat aushelfen möge. Hässliche Eigenmarkenkleidung, schnoddrig-beamtenhafte Verkäuferinnen und der Charme von hektarweise neonbeleuchteten abgehängten Metalldecken und abgeschabten Bodenbelägen. Ich sehe ein - das zu erhalten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe:
Karstadt hat deshalb am Freitag eine bundesweite Unterschriftenaktion in seinen Kaufhäusern begonnen und Kunden um Unterstützung für die überlebenswichtige staatliche Hilfe gebeten.
(SPIEGEL online)
Ein Kommentar bisher ↓
1 SG // 30. Mai 2009 um 7:20 Uhr
schnoddrig-beamtenhafte Verkäuferinnen
Das hat sich selbst jetzt noch nicht geändert. Ich kaufte diese Woche bei Karstadt eine Kleinigkeit. Während des Kassier-Vorgangs unterhielt sich die Kassiererin die ganze Zeit mit einem gerade Feierabend machenden Kollegen und würdigte mich keines Blickes und außer der Nennung des Gesamtbetrages und einem kleinen “Danke” auch keines Wortes. Beim Rausgehen sah ich dann das Schild, mit dem um Unterstützung der Kunden geworben wurde.
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