
photo credit: Javier Paredes
“Ist die Linie, die wir machen in der nationalen Politik, ist die richtig für unser Land? Da sagen wir: ja. Sie nutzt den Menschen. Sie hat im Augenblick uns noch nichts genutzt. Aber das wird sich ändern.”
So ließ Franz Münteferin sich heute zitieren. Da kommt man unweigerlich ins Grübeln - hat da auf der Brücke noch jemand Übersicht über die Eisberge oder ist es Zeit für ein pathetisches “And how many aboard, Mr. Murdoch?”
Man ist wirklich geneigt Mitleid zu haben - die Sozialdemokraten haben in den letzten Jahren so ziemlich jederzeit aufs falsche Pferd gesetzt. Schröder musste gehen wegen der Agenda 2010. Die Wahlergebnisse der SPD aber blieben nachhaltig zerfleddert. In der großen Koalition war die Partei durchgehend blass - von schon fast vergessenen Mindestlohndebatten mal abgesehen. Dann kam das Ypsilanti-Debakel, als man zuerst lautstark das Gegenteil von dem versprach, was man dann trotzdem nicht hinbekam.
Und bei der Europawahl ist der Versuch grandios schiefgegangen, sich über die milliardenträchtige Rettung von Opel und Arcandor zu profilieren. Mehr Steinbrück und weniger Steinmeier hätte dem Wahlkampf vielleicht gutgetan, aber jetzt dürfte es selbst für einen knallharten Strategiewechsel vor der Bundestagswahl zu spät sein.
2 Kommentare bisher ↓
1 JMK // 8. Juni 2009 um 21:02 Uhr
“Vorwärts immer, rückwärts nimmer.”
“Überholen ohne Einholen”
ach nee das war ein anderer…
Dass die Opel-Rettung ein Schuss in den Ofen darstellte, war recht früh klar, so betriebsblind sind die Wähler dann doch nicht, da sind die möglichen 25000 Wähler eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Interessanter als die Europawahl, werden die Landtagswahlen im August, da wird sich zeigen ob die SPD zur Bundestagswahl überhaupt antreten muss.
2 Schaps // 10. Juni 2009 um 13:17 Uhr
Bei der SPD habe ich schon seit Jahren die Hoffnung verloren ^^
Aber ich finde es witzig, dass sie auch immer wieder Thema bei dir hier ist!
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