Die FAZ, oder besser gesagt für sie Peer Schader, regt sich im heutigen Feuilleton der Zeitung auf über Schleichwerbung bei Privatradiosendern. Das käme bedeutend überzeugender rüber, wenn der Zeitungsbote nicht ausgerechnet heute eine sogenannte “Verlagsbeilage” zum Thema offene Immobilienfonds zusammen mit der FAZ durch meine Wohnungstür geschoben hätte. Verlagsbeilagen sehen zwar edler aus als Anzeigenblättchen aus Klanxbüll und Posemuckel, in denen der örtliche Bauunternehmer Tips zu Hauskauf und Altbauanierung gibt. Sie funktionieren aber nach demselben Prinzip.
In der heutigen Beilage durften vierzehn (ich habe nachgezählt) Protagonisten der Immobilienfondsszene den Lesern im schmierigen Grenzbereich zwischen Journalismus und Werbung erzählen, wie toll Immobilienfonds sind. Und Anzeigen kaufen.
4 Kommentare bisher ↓
1 Muriel // 23. Juni 2009 um 22:58 Uhr
Einerseits finde ich bei solchen Sachen meistens, dass wir uns viel Aufregung ersparen könnten, wenn wir uns einfach ein bisschen was von der viel gerühmten Medienkompetenz zulegten und die Werbung ignorierten, wenn sie uns nicht interessiert.
Andererseits kann ich aber nicht leugnen, dass solche Mischformen von Werbung insbesondere in Medien, die ich eigentlich ernst nehmen möchte, ein bisschen schal schmecken.
2 Niels // 24. Juni 2009 um 22:37 Uhr
Eben. Nur weil man als halbwegs kluger Leser erkennt, dass das schmierige PR ist, ist es dennoch nicht angemessen für eine Zeitung, die ernstgenommen werden will. Das sind Methoden für das Käseblatt aus dem Nachbardorf, aber doch nicht für deutschlandweit verbreitete Zeitungen.
3 Peer // 25. Juni 2009 um 15:00 Uhr
Mein Einfluss auf die Anzeigenabteilung der FAZ hat in letzter Zeit leider stark nachgelassen.
4 Niels // 26. Juni 2009 um 7:54 Uhr
Das exkulpiert dich, aber nicht die Zeitung. :)
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