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Viel Lärm um Index

2. August 2011 · Ein Kommentar

Vor ein paar Monaten hat die FAZ anscheinend eine Kampagne begonnen, um ihre eigenen Kapitalmarkt-Indizes bekannter zu machen und die Produkte von Banken, die auf den FAZ-Indizes basieren.

Die Dauer-Lobhudelei der eigenen Finanzmarkt-Redakteure für die FAZ-Indizes geht mir am Frühstückstisch auf die Nerven. Sie bemühen sich nicht mal, die Botschaft zu tarnen und geschickt zu verpacken. Im Gegenteil: Keine Erwähnung dieses oder jenes FAZ-Indexes kommt ohne die gebetsmühlenartige und hölzern gepriesenen Vorzüge des eigenen Produktes aus. Das sieht dann jedesmal so oder so ähnlich aus wie heute:

Der F.A.Z.-Index bildet rund 83 Prozent des Börsenwerts deutscher Unternehmen ab, der Dax nur 68 Prozent. Damit liefert der F.A.Z.-Index ein breiteres Bild der deutschen Wirtschaft mit einer größeren Risikostreuung als der nur 30 Werte umfassende Dax. Der F.A.Z.-Index ist jedoch ein Kursindex. Dividendenzahlungen der Unternehmen gehen daher im Unterschied zum Dax nicht in die Indexentwicklung ein. Das führt auf ein Jahr gerechnet zu einer Minderrendite von rund 2 Prozent. Die Konstruktion als Kursindex macht den F.A.Z.-Index jedoch gerade für Garantiestrukturen attraktiv.

Verstehe nicht, warum die FAZ sowas nötig hat. Und die journalistische Fallhöhe ist ungleich höher als bei anderen Blättern. Würde die wirtschaftlich arg schlingernde Frankfurter Rundschau permanent eigene Produkte anpreisen, wäre es schlichter Verzweifelung geschuldet. Aber die FAZ hat einen Ruf zu verlieren.

Rubrik: Kurz verlinkt · Medien

Ein Kommentar bisher ↓

  • 1 Muriel // 2. August 2011 um 21:44 Uhr

    Bei mir zwar nicht, aber grundsätzlich wohl unbestreitbar.
    Ich wundere mich ja auch immer wieder, dass die Zeitungen darauf nicht mehr achten. Das ist doch nun mal deren USP.

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