Ich frage mich, wie Brahms die Vorgeschichte des jetzigen Afghanistan-Einsatzes deutet. Meint er wirklich, dass ohne das militärisch herbeigeführte Ende der Taliban-Herrschaft dort die Situation für Frauen heute besser wäre, denen die Taliban den Zugang zu jeglicher Bildung, Berufsausübung und medizinischer Versorgung verwehrt hatten? Glaubt Brahms wirklich, dass es sich lohnt, mit Menschen zu verhandeln, die das Tragen eines zu kurzen Bartes als Straftat einstufen?
Die FAZ, oder besser gesagt für sie Peer Schader, regt sich im heutigen Feuilleton der Zeitung auf über Schleichwerbung bei Privatradiosendern. Das käme bedeutend überzeugender rüber, wenn der Zeitungsbote nicht ausgerechnet heute eine sogenannte “Verlagsbeilage” zum Thema offene Immobilienfonds zusammen mit der FAZ durch meine Wohnungstür geschoben hätte. Verlagsbeilagen sehen zwar edler aus als Anzeigenblättchen aus Klanxbüll und Posemuckel, in denen der örtliche Bauunternehmer Tips zu Hauskauf und Altbauanierung gibt. Sie funktionieren aber nach demselben Prinzip.
In der heutigen Beilage durften vierzehn (ich habe nachgezählt) Protagonisten der Immobilienfondsszene den Lesern im schmierigen Grenzbereich zwischen Journalismus und Werbung erzählen, wie toll Immobilienfonds sind. Und Anzeigen kaufen.
“Ist die Linie, die wir machen in der nationalen Politik, ist die richtig für unser Land? Da sagen wir: ja. Sie nutzt den Menschen. Sie hat im Augenblick uns noch nichts genutzt. Aber das wird sich ändern.”
Komme soeben vom Kreutzchenmachen. Der Stimmzettel bei der diesjährigen Europawahl hat Plakatformat, jedenfalls ist er aber von solcher Länge, dass er das Wahlgeheimnis gefährdet. Zumindest beim Kieler Wahlkabinenmodell hängt das untere Ende des Stimmzettels von außen sichtbar unter der Wand heraus, wenn man -vernünftigerweise- eine der Parteien ankreuzt, deren Markierungsfeld sich im oberen Teil des Stimmzettels befindet.
Meine Güte, die Dame wirkt sonst so tough; ich kann mir nicht recht vorstellen, dass ihr seelisches Gleichgewicht unter der einen oder anderen überraschenden Frage nachhaltig gelitten hat.
Microsoft startet den gefühlt 42. Versuch, seine Marktanteile im Bereich Websuche zu sichern und Google präsentiert etwas, was noch lange nicht fertig ist, aber das Web seit Tagen elektrisiert. Was man in der Google-Präsentation zu sehen bekommt, macht einen ganz interessanten Eindruck, ist aber auch nicht so spektakulär, wie man glauben könnte, wenn man nur auf die kollektive Begeisterung der letzten Tage geachtet hat. Aber vielleicht werde ich alt und kann die gewaltige visionäre Kraft bloß nicht mehr erkennen.